Es ist Valentinstag. Der ‚‚Tag der Liebe‘‘ ist endlich wieder da und Millionen von Männer fühlen sich verpflichtet, ihrer Liebsten oder heimlichen Liebe einen stichhaltigen Liebesbeweis zu erbringen.

Die wenigen Blumenhändler die es noch gibt, bereiten sich durch tonnenschwere Blumenlieferungen auf diesen speziellen Tag vor und auch Süßigkeitenhersteller lassen es sich nicht nehmen, die herzförmigen Schokoladenverpackungen hastig aus ihrem Lager rauszukramen.

Blumen, Pralinen, Stofftiere und andere Liebesbekundungen werden gekauft und fleissig von der Männer- an die Frauenwelt umverteilt*.

* oder von Männer an Männer, Frauen an Frauen und Cis-Irgendwas an Apache Helikopter.

Für die meisten Frauen bedeuten diese Geschenke eine Bestätigung. Der durch den Mann aufgebrachte, finanzielle Aufwand für die Geschenke, dient  den Frauen als geeignete Messlatte für den eigenen sexuellen Marktwert.

Je mehr der Mann für ‚‚Liebesbekundungen‘‘ ausgibt, desto größer hat die Frau den Mann noch am sicheren Haken. Und je mehr der Mann noch wie ein abgekämpfter Fisch an dem Haken der Frau hängt, umso sicherer kann sich die Frau sein, noch als attraktive Frau wahrgenommen zu werden. Wohlgemerkt nicht nur bei ihrem jetzigen Partner, sondern auch bei der restlichen Männerwelt.

Braves Fischi, Fischi.

Are you sure about that?

Das Grundproblem für den Mann und in meinen Augen ein echtes Dilemma ist nun folgendes:

Egal was er sich überlegt und letztendlich kauft…er kann sich nie sicher sein, ob die ‚‚Angebete‘‘ auch wirklich zufrieden mit dem Geschenk sein wird. Zu klein? Nicht das Richtige? Zu billig? Zuviel Zucker? Nicht die Lieblingsblumen?

Wie schon oben beschrieben, geht es den meisten Frauen nämlich nicht um die Geste ansich, sondern um den realen Wert der Geste.

Romantik ist eine Erfindung von Disney und den Filmemacher aus Hollywood und stellt im richtigen Leben keinerlei Wert für eine funktionierende Beziehung dar.

Mach doch mal das Experiment: Bastel ein schönes Papierherz und in die Mitte klebst du von dir und deiner Freundin ein gemeinsames Bild. Die Frau wird ihre Enttäuschung über dieses Geschenk natürlich nicht gleich offenbaren, aber an ihrem komischen Verhalten ein wenig später merkt man(n) es ja sehr gut. Oder alles ist viel leichter und sie kommuniziert unverblümt und fragt dich direkt, ob das Geschenk dein Ernst sei und wann das richtige Geschenk kommt.

Es macht in meinen Augen daher keinen Sinn, einer Frau am Valentinstag überhaupt etwas zu schenken.

Um einer anderen Person seine wirkliche Zuneigung (nenn es ‚‚Liebe‘‘) zu zeigen, ist es viel erfüllender und wesentlich günstiger für den eigenen Geldbeutel mit ihr gemeinsam Zeit zu verbringen.

Diese Geste zählt mehr als jedes gekaufte ‚‚romantische‘‘ Geschenk. Denn man(n) hat sich entschieden, ein Teil seiner begrenzten Lebenszeit mit der ausgewählten Frau zu verbringen. Ein besseres Geschenk kann eine Frau nun wirklich nicht bekommen, da wir Männer die wahren ‚‚Liebesbekundungen‘‘ darstellen.

Bis das der Tod uns trennt

Natürlich beschenke ich ebenfalls eine Person, die ich mein ganzes Leben kompromisslos lieben werde. Einer Person mit der ich – nicht ganz unfreiwilig – eine lebenslange Liebesbeziehung führe, bis das der Tod uns scheidet. Und diese Beziehung funktioniert ganz ohne die überflüssigen, staatlichen Ketten der eingetragenen Ehe oder rechtlichen Absicherung durch einen Ehe-Vertrag.

Ich liebe diese Person einfach bedingungslos. Mit all ihren Ecken und Kanten.

Es handelt sich bei der beschriebenen Person selbstverständlich um mich selber.

Ever loved someone so much, you would do anything for them? Yeah, well, make someome yourself and do whatever the hell you want. – Harvey Specter

Als glücklicher Single unterliege ich nicht dem sozialen Druck und Zwang an einem bestimmten, festgelegten Tag unnütz Geld für ‚‚Liebesbeweise‘‘ aus dem Fenster zu werfen. Mal hypothetisch angenommen, man(n) kauft seiner Freundin so wirklich gar nichts am Valentinstag. Bedeutet dies im Umkehrschluss dann, dass der Mann die Frau nicht ausreichend ‚‚liebt‘‘? Ist für die Frau ‚‚Liebe‘‘ an materielle Güter gebunden? Ich finde, dass sich diese Fragen jeder Mann mindestens einmal im Leben ehrlich und rational stellen sollte.

Doch Vorsicht: die Realität (=Wahrheit) kann sehr verstörend und auch sehr hart für sein eigenes Weltbild sein.

Win-win Situation

Da ich als freier Mann* nun aber machen kann, wonach mir ist, beschenke ich mich am Valentinstag gerne selber. Ich unterliege dabei keinem gesellschaftlichen Zwang, sondern sehe den 14. Februar einfach als eine passende Gelegenheit und Erinnerung an, mich doch auch mal selber zu beschenken.

Ein Strauss schöner Blumen auf dem Schreibtisch sieht einfach Klasse aus.  Ich finde solche kleinen Gesten sehr wichtig, um sich ab und zu vor Augen zuführen, was für ein toller Mann man ist.

Und da man als Single sowieso immer finanziell ganz gut aufgestellt ist, sind solche Selbstgeschenke jederzeit ohne weitere Probleme möglich.

*freier Mann = ein Mann der seinen eigenen Weg geht und seine Verpflichtungen gegenüber Frauen und dem Staat auf ein Minimum reduziert, um seine eigenen Ziele und den Zustand der eigenen Zufriedenheit zu erreichen

Letztendlich nutze ich die Gelegenheit und verbreite am 14. Februar also doch noch Liebesbekundungen: Indem ich mir Blumen kaufe, mache ich den Blumenhändler glücklich, denn er liebt mein Geld. Ich selber kann den Anblick der Blumen geniessen und liebe mein eigenes Leben.

Win – Win würde ich sagen.

Nur die lieben Frauen bleiben bei mir irgendwie auf der Strecke. Doch wen kümmerts. Mich nicht.

Es gibt ja noch genug andere Männer, die liebend gerne ihr Portemonnaie öffnen, um der gewählten Frau an dem internationalen ‚‚Liebesfeiertag‘‘ eine materielle Freude zu bereiten. Materielle Freuden sind Frauen schließlich gewohnt. Wenn der Mann nun Glück hat, gefällt der Frau das Geschenk sogar und für den Mann springt am Abend noch eine Runde Sex heraus. Quasi als Belohnung. Wer weiß? Zu wünschen wäre es den Männern ja.

Und damit der Artikel – trotz der bitteren Pille für viele Männer – doch noch ein Hauch ‚‚Romantik‘‘ versprüht, ist hier abschließend noch ein Bild meiner Blumen.

Danke, dass es dich gibt Daniel.

Ich liebe dich.