Die Natur ist äußerst pragmatisch: sie kennt weder Gut noch Böse. In der Natur ist es ganz normal, dass der Starke überlebt und der Schwache stirbt. Diese simple Wahrheit ist die Grundlage allen Lebens.

Logischerweise sind Menschen mit körperlichen Defiziten in ihrem Leben benachteiligt und leiden an einer erhöhten Wahrscheinlichkeit frühzeitig zu sterben.

Eine Fortpflanzung der ‚‚schwachen Genetik‘‘ wird dadurch natürlicherweise erschwert und die Schwächung des weltweiten Genpools bestmöglichst verhindert.

Survival of the fittest gegen die Natur

Seit meiner frühen Pubertät schlag ich mich nun schon mit diversen Symptomen herum.
Die ständige Benommenheit, chronische Müdigkeit, depressive Verstimmungen sowie Muskel – und Gelenkschmerzen schränken mich in meinem Alltag stark ein.

In unserer modernen Gesellschaft  ist es verdammt schwer mit diesen körperlichen Einschränkungen richtig Fuß zu fassen, Geld zu verdienen und eine Freundin zu finden. Für  den klassischen Weg der Karriereleiter bin ich nicht geeignet, da ich viel zu schnell erschöpft, körperlich nicht lange belastbar und allgemein sehr kraftlos bin.

Trotz meiner körperlichen Einschränkungen habe ich mich mit dem Leben arrangiert. Ich habe mich im Darwinischen Sinne angepasst: Statt Vollzeit arbeite ich nur in Teilzeit. Statt eine körperlich sehr anstrengende Arbeit zu verfolgen, entschied ich mich für den Einzelhandel.

Einerseits ist dieser Fakt sehr, sehr schade, da ich mich und meine Fähigkeiten gerne durch das Arbeiten in den verschiedensten Berufen ausbauen würde. Ein natürliches Interesse mich weiterzuentwickeln wohnt mir schon immer inne. Man(n) lernt nun einmal nie aus und sollte ständig an seinen Fähigkeiten arbeiten.

Andererseits ist mir sehr wohl bewusst, dass niedrigbezahlte Berufe nicht die eigene Lebenszeit ersetzen können. Zumindestens nicht auf lange Sicht. Es ist einfach kein guter Deal.

Denn Arbeitszeit ist immer noch Lebenszeit.

Ich arbeite dann lieber nur Teilzeit und verbringe meine zusätzliche Freizeit damit, an meiner Gesundung zu arbeiten und mich an den schönen Dingen des Lebens zu erfreuen. Als würde das noch nicht Grund genug sein, habe ich durch die geringeren Steuerabgaben auch noch einen besseren Stundenlohn als meine Kollegen die alle in Vollzeit arbeiten.

Leider erlaubt mir mein aktueller Gesundheitszustand nicht mal mehr das Arbeiten in Teilzeit.

Fehlerfreie Natur

Ja, es stimmt. Nüchtern und rational gesehen, wäre mein schnelles Ableben als positiv anzusehen. Mein Tod würde eine Stärkung oder – als Äquivalent – keine Schwächung des menschlichen Genpools bedeuten.

Ohne die Erfindung der Brille, der Unterstützung meiner Familie, dem soliden Gesundheitssystem und vorhandener simpler Jobs wäre ich wohl schon lange ein kompletter Sozialfall.

Doch trotz dieser nüchternen, harten und irgendwie schmerzhaften  Selbsterkenntnis werde ich den Kampf für einen gesunden Körper niemals aufgeben. Es ist ein sehr leichter Weg in Selbstmitleid zu versinken und äußeren Einflüssen den schwarzen Peter und die Schuldkarte für meine Lebensprobleme zuschieben:

‚‚Das Schicksal ist schuld! Der Zufall ist schuld!‘‘

Schwachsinn.

Wer schuld ist, ist nicht von Belangen. Mich würde diese Erkenntnis kein Stück weiterbringen. Die Situation ist jetzt nun einmal wie sie ist. Natürlich gibt es auch Momente, wo es mir schwer fällt, weiterhin an eine Gesundung meines Körpers zu glauben. In diesen hoffnungslosen Momenten helfen mir jedoch 2 Erkenntnisse, die mich neu zu motivieren und niemals aufgeben lassen.

Erkenntnisse der Hoffnung

  1. Ich lebe in der bisher besten Epoche der Menschheitsgeschichte.

Noch nie war es so einfach, sich weitreichend ungefilterte und kostenlose Informationen zu besorgen, 24h am Tag für wenig Geld naturbelassene Lebensmittel zu kaufen und Hilfsmittel wie Brillen, Operationen und Nahrungsergänzungsmittel in Anspruch zu nehmen. Ideale Vorraussetzungen um sich an die Lebenszustände anzupassen (Survival of the fittest) und ganzheitlich an der eigenen Gesundheit zu arbeiten.

2. Mein Körper ist mein Freund und nicht mein Feind.

Jedes Problem, jedes Symptom ist in Wahrheit nur ein freundschaftliches Warnsignal des Körpers, um mir zu sagen: Du bist auf dem falschen Weg. Der eigene Körper und die Natur machen prinzipiell keine Fehler.

Trotz schlechter ‚‚Startbedingungen‘‘ (Genetik) ist es sehr wohl möglich, das Maximum aus seinem Körper rauszuholen.

Es ist aber ein schwerer Fehler zu denken, dass wir uns durch symptomunterdrückende Maßnahmen wie Kopfschmerztabletten, Fiebersenkern und Aufputschmittel über unseren Körper und damit über die Natur hinwegsetzen können. Wir müssen unseren Körper stärken. Wahrhaftig. Durch die richtige Ernährung, konstanter Entgiftung und allgemeiner Entlastung durch z.B. Stressvermeidung und Aufräumen der eigenen inneren Blockaden.

Hart aber fair

Schlussendlich ist der Kampf mit der Natur längst gewonnen. Nachdem ich die wahre Absicht der Natur akzeptierte, fühlte ich mich erleichtert:

Die Natur möchte mich aus ihrem Genpool raushalten. Pech für mich. Hart aber fair. Nenn es wie du willst. Doch ohne die natürliche Auslese wären wir als Menschheit nun einmal nicht da, wo wir heutzutage als Gesellschaft stehen.

Stärke wird immer über Schwäche triumphieren.

Die Suche nach dem Grund meiner Krankheit habe ich eingestellt. Ich habe meine Situation akzeptiert und werde einfach wie gewohnt weitermachen und jeden Tag an einem besseren, symptomfreien Leben arbeiten.

Aber nun wie ein getretener Hund auf dem Boden liegen bleiben, werde ich definitiv auch nicht. Anpassung ist gefragt. Sicher, aufgeben ist leicht. Aber Aufgeben ist auch das Gegenteil von Leben. Und ich lebe gerne.

Immernoch.